Trauergedichte

Trauergedichte 2017/2018

Mit dem Beitrag Trauergedichte möchten wir jede betroffene Person von Todesfällen etc. Beileid schenken.

Die letzte Strophe
deines Liedes
war verklungen
als er deinen Namen rief
in uns jedoch wird’s
nie verstummen
es singt ganz leise
seelentief.

Trauergedichte von Edith Maria Bürger

 

Still, ganz leise,
stehe ich an Deiner Seite,
wo Worte zuviel,
kann nur noch ein Schweigen helfen.
Ich bin für Dich da.

 

Ich hoffe, Du dann auch einmal für mich.
Denn für jeden, kommt dieser Augenblick.
Für Dich und für mich.

Trauergedichte von Heike Fischer

 

Wir sind uns begegnet
du hast Spuren hinterlassen
in mir
deine Handschrift, dein Zeichen
unauslöschlich
in meinem Herzen
hast du dir Raum geschaffen
für immer.

Trauergedichte von Anette Müller

 

Du bleibst…

könntest du noch reden-
wäre da meine Zustimmung

könntest du noch singen
wäre da unser Lied

könntest du noch hören
wäre da meine Stimme

könntest du noch sehen-
wäre da mein Lächeln

könntest du noch fühlen-
wäre da meine Wärme

könnte ich es tun
würde ich dir meinen Atem einhauchen

doch auch so bist und bleibst du
bei mir, um mich rum,
tief in meinem Herzen.

Trauergedichte von Silvia Riemer

 

Wenn ich sterben und euch für eine Weile
zurücklassen sollte – weinet nicht um meinetwillen.
Wendet euch wieder dem Leben zu.
Lasst euer Herz und eure Hand etwas tun,
das andere tröstet.
Bringt zu Ende, was ich unvollendet zurück ließ.

Trauergedichte von Mary Hall

 

Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,
Nur vor dem Tode derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind?

 

Allein im Nebel tast ich todentlang
Und laß mich willig in das Dunkel treiben.
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.

 

Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr;
— Und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,
Doch mit dem Tod der andern muß man leben.

Trauergedichte von Mascha Kaléko

 

Es gibt nichts, was die Abwesenheit
eines geliebten Menschen ersetzen kann.
Je schöner und voller die Erinnerung,
desto härter die Trennung,
aber die Dankbarkeit schenkt
in der Trauer eine stille Freude.
Man trägt das vergangene Schöne
wie ein kostbares Geschenk in sich.

Trauergedichte von Dietrich Bonhoeffer

 

O Trost der Welt, du stille Nacht!
Der Tag hat mich so müd’ gemacht,
das weite Meer schon dunkelt.
Laß ausruhn mich von Lust und Not,
bis daß das ewige Morgenrot
den stillen Wald durchfunkelt.Joseph von Eichendorff

 

Eines Morgens wachst du auf
und bist nicht mehr am Leben.
Über Nacht, wie Schnee und Frost,
hat es sich begeben.
Aller Sorgen dieser Welt bist du nun enthoben.
Krankheit, Alter, Ruhm und Geld sind wie Wind zerstoben.
Friedlich sonnst du dich im Licht einer neuen Küste
ohne Ehrgeiz, ohne Pflicht.
– Wenn man das nur wüsste!

Trauergedichte von Mascha Kaléko

 

Wenn etwas uns fortgenommen wird,
womit wir tief und wunderbar zusammenhängen,
so ist viel von uns selber mit fortgenommen.
Gott aber will, dass wir uns wieder finden.
Reicher um alles verlorene, und vermehrt um jenen unendlichen Schmerz.
R. M. Rilke

 

Und warum glaubst du dann nicht auch,
Daß uns die Wolke Welt
Nur heute als ein flüchtiger Hauch
Die Ewigkeit verstellt.

Eugen Roth

 

Nun sind sie vorüber, jene Stunden,
Die der Himmel unsrer Liebe gab,
Schöne Kränze haben sie gebunden,
Manche Wonne floss mit ihnen ab.

 

Was der Augenblick geboren,
Schlang der Augenblick hinab,
Aber ewig bleibt es unverloren,
Was das Herz dem Herzen gab.

Adalbert Stifter

 

Kann nicht mehr weinen,
meine Augen sind leer.
Kann es immer noch nicht glauben,
ist alles so schwer.

 

Kann nicht mehr weinen,
meine Augen tun weh.
Kann alles nicht begreifen,
warum ich Dich nie wiederseh.

 

Kann nicht mehr weinen,
möchte wieder bei Dir sein,
warum bist Du gegangen,
und lässt mich hier allein?

 

Ich lege mich zur Ruh,
in Gedanken immer Du.

 

Ich kann nicht mehr weinen,
meine Augen sind leer,
denn ich vermisse Dich so sehr.

Regina Thaedera

Verwandter Beitrag wie Gedichte zur Taufe: Kurze Gedichte